Alle Register für die Lungenforschung ziehen
LBI für LungengesundheitSeit 2024 leitet die renommierte Lungenexpertin Marie-Kathrin Breyer das LBI für Lungengesundheit. Im Fokus: Registerstudien, die neue Erkenntnisse zu Krankheitsverläufen und Therapien liefern. Mit Forschungsinitiativen zu Lungenkrebs, Tuberkulose und interstitiellen Lungenerkrankungen setzt das Institut Impulse für eine evidenzbasierte und personalisierte Medizin.
Mit Jahresbeginn 2024 wurde Primaria Marie-Kathrin Breyer, Fachärztin für Innere Medizin, Pneumologie und Intensivmedizin, zur neuen Leiterin des LBI für Lungengesundheit ernannt. Neben ihren Aufgaben als Vorständin der Abteilung für Atemwegs- und Lungenkrankheiten am Standort Penzing der Klinik Ottakring und der Betreuung von Studierenden war sie bereits ab 2021 stellvertretende Institutsleiterin. Noch länger, nämlich seit 2012, arbeitet sie als Wissenschaftlerin am Institut. Marie-Kathrin Breyer ist Gründungsmitglied der Wiener Gesundheitsstudie LEAD, kurz für Lung – hEart – sociAl – boDy, die einen starken Fokus auf Prävention und Gesundheitsförderung legt.
Unter ihrer Leitung wurden neue pneumologische Register erfolgreich aufgebaut, die wertvolle Erkenntnisse für Forschung und Therapie liefern: „Mit dieser Weichenstellung in der Forschungsstrategie wollen wir Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung erfolgreich in die klinische Praxis übertragen. Ich erwarte mir dadurch eine evidenzbasierte Praxis und bessere Behandlungsergebnisse.“ Registerstudien bieten eine unverzichtbare Ergänzung zu klassischen klinischen Studien, indem sie die Wirksamkeit von Therapien langfristig und unter Alltagsbedingungen analysieren. Besonders in der Pneumologie, wo Krankheiten wie interstitielle Lungenerkrankungen (ILD), Lungenkrebs und pulmonale Mykobakteriosen oft komplexe Verläufe zeigen, sind diese Daten von unschätzbarem Wert.
Für die Planung und Umsetzung von Strategien in der öffentlichen Gesundheit ist es essenziell, das Ineinandergreifen von Krankheitsmustern, Behandlungsergebnissen und der Wirksamkeit von Interventionen zu verfolgen. Wenn es um die Verteilung von Ressourcen geht, trägt Evidenz über die Kosteneffizienz dazu bei, die Gesundheitsausgaben auf jene Behandlungen zu lenken, die den größten Nutzen bieten. „Wir arbeiten hier mit Real-World-Registern, in denen laufend Routinedaten aus der klinischen Praxis in verschiedenen Settings erfasst werden. Sie geben einen umfassenden Einblick in die Epidemiologie, den Krankheitsverlauf, die Behandlungsergebnisse und die gesundheitsökonomischen Auswirkungen von pneumologischen Krankheiten“, erläutert Marie-Kathrin Breyer. Die enge Vernetzung mit klinischen Partner:innen ermöglicht es zudem, Registerdaten direkt in die Versorgungsrealität einfließen zu lassen.
Innovationen im Gesundheitswesen durch Forschung voranzutreiben, bringt neuartige oder verbesserte Therapieansätze hervor – für bisher nicht abgedeckte Bedarfe oder eine personalisierte Medizin. Behandlungen können anhand der Analysen auf individuelle Merkmale, wie z.B. das Erbgut, zugeschnitten werden, was sie wirksamer und gezielter machen kann. Selbst Personen mit seltenen interstitiellen Lungenerkrankungen profitieren von klinischen Registern, da auch für eine kleine Gruppe von Patient:innen wichtige Daten über die Demografie, den Krankheitsverlauf und die Behandlungsergebnisse gesammelt werden. Die Aggregation von Daten hilft zusätzlich, Trends, Muster und potenzielle genetische Verknüpfungen zu identifizieren, was auch die langfristige Sicherheit verbessern kann. Neben den medizinischen Erkenntnissen tragen Registerstudien zur Weiterentwicklung von Leitlinien bei. „Unsere Daten helfen, Trends frühzeitig zu erkennen und personalisierte Behandlungsstrategien zu entwickeln“, betont Marie-Kathrin Breyer. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in neue medizinische Empfehlungen ein und verbessern langfristig die Patient:innenversorgung.
Im Jahr 2024 wurden am LBI für Lungengesundheit Studien zu drei gravierenden pneumologischen Erkrankungen gestartet. Zu Lungenkrebs, weltweit eine der häufigsten Krebstodesursachen, wurde durch eine Vernetzung mit dem Karl Landsteiner Institute for Lung Research and Pulmonary Oncology die Plattform LALUCA aufgesetzt (Longitudinal Analysis of Lung Cancer Data). Weiters wird eine Studie aus der Gruppe der pulmonalen Mykobakteriosen durchgeführt, konkret der Tuberkulose, der „Wiener Krankheit“. Das dritte Vorhaben betrifft das ILD-Register zur vielfältigen Gruppe interstitieller Lungenerkrankungen (ILD), die durch Entzündungen und/oder Fibrose des Lungen-Bindegewebes gekennzeichnet sind. Diese können auch als Begleiterscheinung von Autoimmunerkrankungen, Infektionen oder als Reaktion auf Umwelteinflüsse auftreten.
Die erfolgreiche Etablierung der Registerstudien unterstreicht die Innovationskraft des Forschungsinstituts. Die umfassende Erhebung von Real-World-Daten trägt dazu bei, Prävention, Diagnose und Behandlung von Lungenerkrankungen nachhaltig zu verbessern. So setzt das LBI für Lungengesundheit einen wichtigen Schritt in die Zukunft der pneumologischen Forschung.
Highlights
Karrieresprung
Mit 1. Jänner 2024 wurde Frau Prim.a Priv.-Doz.in Dr.in Marie-Kathrin Breyer, PhD zur Institutsleiterin ernannt! Neben ihrer Aufgabe als Vorständin der Abteilung für Atemwegs- und Lungenkrankheiten am Standort Penzing der Klinik Ottakring in Wien, sowie der Betreuung von Medizinstudent:innen der Sigmund Freud PrivatUniversität und der Medizinischen Universität Wien bei der Erstellung ihrer Master- und Diplomarbeiten, hat sie bereits seit 2021 als stellvertretende Institutsleiterin und seit 2012 wissenschaftlich für das Institut gearbeitet. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin, Pneumologie und Intensivmedizin. Außerdem ist sie Gründungsmitglied der Wiener Gesundheitsstudie LEAD.
Lange Nacht der Forschung 2024
Alle Interessierten waren herzlich dazu eingeladen, in unserer Mitmachstation in der Sigmund Freud Privatuniversität, Fakultät für Medizin, Wissenswertes rund um die Frage "Was beeinflusst deine Lungengesundheit" zu erfahren und spielerisch zu entdecken.
Gesunde Lungen für's Leben
Im September tagte der Jahreskongress der European Respiratory Society in Wien. Mit dabei auch die "Healthy Lungs for Life"-Kampagne der European Lung Foundation. Zum Auftakt der Kampagne gab es eine Pressekonferenz, zu der Prim.a Priv.-Doz.in Dr.in Robab Breyer-Kohansal, wissenschaftliche Leiterin der LEAD Studie am LBI für Lungengesundheit und Abteilungsvorständin der 6. Medizinischen Abteilung, Innere Medizin mit Pneumologie an der Klinik Hietzing, eingeladen war, die neuesten Forschungsergebnisse der Wiener Gesundheitsstudie LEAD zu präsentieren! Wir freuen uns ganz besonders, dass wir diese Initiative mit Mitarbeiter:innen unseres Teams tatkräftig unterstützt haben. Wir konnten gratis Lungenfunktionstests für alle Interessierten beim Public Event anbieten, sowie eine zweitägige Informationsveranstaltung an ausgewählten Wiener Schulen.
Ausgewählte Publikationen
Reference equations for pulse wave velocity, augmentation index, amplitude of forward and backward wave in a European general adult population.. Hametner B, Wassertheurer S, Burghuber OC, Weber T.
Prevalence and etiotypes of persistent airflow obstruction in the general population ACROSS THE LIFETIME. Grasl MT, Agusti A, Azizzadeh M, Karimi A, Hartl S, Breyer MK, Breyer-Kohansal R.
Associations of long-term exposure to air pollution and noise with body composition in children and adults: Results from the LEAD general population study.. Altug H, Ogurtsova K, Breyer-Kohansal R, Schiffers C, Ofenheimer A, Tzivian L, Hartl S, Hoffmann B, Lucht S, Breyer MK.
Association of Preserved Ratio Impaired Spirometry (PRISm) with Arterial Stiffness.. Kaufmann CC, Breyer MK, Hartl S, Gross C, Schiffers C, Wouters EFM, Breyer-Kohansal R, Weber T, Huber K, Agusti A, Burghuber OC.
Updated reference values for static lung volumes from a healthy population in Austria.. Mraz T, Asgari S, Karimi A, Breyer MK, Hartl S, Sunanta O, Ofenheimer A, Burghuber OC, Zacharasiewicz A, Lamprecht B, Schiffers C, Wouters EFM, Breyer-Kohansal R.
Team
Becoming a research member of the LEAD study at the LBI for Lung Health at a very early stage profoundly shaped my career. It provided me with invaluable support as a young scientist, along with access to outstanding research and educational opportunities. A key source of motivation was the chance to contribute to public health by advancing epidemiological research and promoting its integration into clinical practice and future health strategies.
Leitung
Prim.a Priv.-Doz.in Dr.in Marie-Kathrin Breyer, PhD
Leiterin